Sonntag, 16. November 2014

Die Säulen der Mamutschka


„No news“ sind bekanntlich „good news“ – dennoch denke ich, dass es an der Zeit ist, die dünne Nachrichtenlage auf diesem Blog endlich mal wieder etwas aufzubessern.

Es ist schon fast ein halbes Jahr her, dass ich zuletzt etwas geschrieben habe und so langsam mache ich mir Sorgen, dass ich bei den nächsten Beiträgen bereits eine rheumatoide Arthritis in den Fingern verspüren werde, wenn ich in dem Tempo weitermache. Deshalb habe ich beschlossen, sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen für „Frenzy Girl“ einzuleiten. Analog zur ersten Hilfe beim Menschen könnte ich versuchen, an 30 aufeinander folgenden Tagen mindestens fünf bis sechs Sätze zu schreiben und dann zwei Tage lang durchzuatmen (30 x 5 bis 6 cm tiefe Herzdruckmassage, 2 x Beatmen... frei interpretiert...) Oder ich schreibe alle fünf bis sechs Tage mindestens 30 Sätze. Oder ich atme zweimal tief durch und fange einfach mal an:

Leider leide ich, völlig untypisch für mich, seit neuestem an Durchschlafstörungen. Meistens wache ich zwischen drei und vier Uhr morgens auf und kann dann nicht mehr einschlafen. Meistens weiß ich noch nicht einmal, weshalb ich aufwache, vor einigen Nächten jedoch war es eindeutig ein Traum, der mir den Schlaf geraubt hat. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch träumte ich, unser Haus stünde auf riesigen, massiven Säulen, die einer unserer Nachbarn aus optischen Gründen entfernen wollte. Mit einem Bagger machte er sich solange an den Säulen zu schaffen, bis sie in sich zusammenbrachen und das Haus frei zu schweben schien. Das sah auch ganz prima aus, allerdings leider nur ein paar Sekunden lang, denn dann krachte die gesamte Hütte vor meinen Augen zusammen. Ich wurde vor lauter Schreck wach und verbrachte den Rest der Nacht damit, mir Gedanken zu machen, was das Ganze wohl zu bedeuten habe, obwohl man dafür natürlich kein ausgefuchster Psychologe sein muss. Ich kann mich zwar nicht entsinnen, zu was für einem Schluss ich letztendlich kam, aber dass unsere Lebenssituation aktuell etwas instabil ist, manifestierte sich am nächsten Tag in schriftlicher Form – und zwar in Gestalt von Lenas aktuellem Blutbild.

Das bereitet uns seit geraumer Zeit ein wenig Sorge und hat bereits direkt nach den Sommerferien dazu geführt, dass Lena punktiert werden musste, um einen Rückfall auszuschließen. Hallelujah, welch ein Start ins neue Schuljahr. Zu unserer großen Erleichterung bestätigte sich der Verdacht nicht, trotzdem war das Ganze eine Art von „Willkommen zurück in der Realität“ - Gruß, auf den wir alle gerne verzichtet hätten. Zum Glück gab es aber genug andere Dinge zu tun, die für die nötige Ablenkung sorgten. Leistungskurse wählen, Kindergeburtstage organisieren, Haustiere dressieren, aufgeschlagene Knie verbinden, die letzten Sommertage genießen, sich um weiterführende Schulen kümmern – und dann standen auch schon wieder die Herbstferien vor der Tür. Die verbrachten wir dieses Mal in Andalusien, wo zwei Wochen lang die liebsten Freunde aus Berlin und Frankfurt mit von der Partie und das Leben und das Wetter einfach nur herrlich waren. Vielleicht sollten wir aber einfach nicht mehr in Urlaub fahren. Denn der neuerliche Kontrolltermin im Krankenhaus am Mittwoch entpuppte sich als ein Szenario mit Deja-Vu Charakter. Es war genau wie nach den Sommerferien. Der ernste Blick des Arztes, die sorgenvolle Miene... Die Blutwerte... Wieder eine Punktion, wieder diese Scheißangst.

Die Angst ist vielleicht das Schlimmste an der ganzen Sache. Sie verhält sich wie ein liebeskranker Stalker. Kaum ignoriert man sie, setzt sie alles daran, bitte wieder wahr- und ernstgenommen zu werden. Man mag sich vorgenommen haben, sie nicht weiter zu beachten, doch da hat man die Rechnung leider ohne sie gemacht. Wer die Angst einmal kennengelernt und zu sich nach Hause eingeladen, vielleicht sogar monatelang mit ihr zusammengelebt hat, der wird sie so schnell nicht mehr los. Da mag man sich noch so sehr einreden, die Situation im Griff zu haben, man mag zur normalen Tagesordnung zurückzukehren und statt Sorge und Furcht endlich mal wieder andere Gefühle in seinem Leben willkommen heißen, aber zu glauben, dass die Angst dieses Spielchen mitspielt, wäre mehr als naiv. Sie lässt sich nicht einfach so abweisen, nach all der Zeit, die man gemeinsam verbracht hat. Sie hat jetzt zwar nicht mehr den ganz großen Platz im Leben, aber sie wird dennoch jede Chance nutzen, sich zu zeigen und sich bemerkbar zu machen. Sie taucht in den unmöglichsten Momenten auf und droht einem, auf mehr oder weniger subtile Art und Weise. Und es gibt gar nichts, was man gegen sie unternehmen kann. Klar könnte man ein paar Pillen einwerfen, aber was dann? Bei der letzten Punktion vor drei Tagen habe ich zum zweiten Mal seit Februar 2014 ein Beruhigungsmittel eingenommen, aber entweder war das Zeug schon abgelaufen oder meine Psyche hat sich verweigert. Gebracht hat es jedenfalls nüschte...

Der guten Ordnung halber sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass auch bei der neuerlichen Untersuchung nichts herausgekommen ist, was natürlich die Hauptsache ist. Aber das ständige Luftanhalten ist schon sehr ungesund. Manchmal bezweifele ich, dass ich ohne ernsthaften Dachschaden aus dieser Nummer rauskomme. Jedenfalls knirscht und kracht es mächtig im Gebälk, womit wir dann wieder bei meinem Traum wären. Die Hoffnung und die Zuversicht auf ein gutes Ende dieser Reise, auf der wir uns nun seit fast drei Jahren befinden, sind die Säulen in meinem Leben als Mutter. Sie stützen mich in der Zeit der Ungewissheit und an sie lehne ich mich nach jedem Rückschlag an. Sie müssen einiges aushalten, die lieben Säulen, und ich hoffe sehr, dass sie massiv genug gebaut sind, damit ihnen auch die regelmäßigen Angriffe meines Stalkers bzw. meiner Stalkerin nichts anhaben können. Ich muss dringend Kontakt aufnehmen zu einem guten Bauunternehmen, das der ganzen Angelegenheit die nötige Stabilität verleiht...

Soviel zur aktuellen Befindlichkeitslage. Es könnte besser sein, aber schlimmer geht es natürlich auch – insofern werde ich mir nicht  dauerhaft die Laune verhageln lassen. Es gibt nämlich, wie immer, auch durchaus Positives zu berichten. Doch das spare ich mir für meinen nächsten Beitrag auf. Schließlich muss ich eifrig Inhalte ersinnen, sonst war es das mit meiner Blog-Wiederbelebung

















Mittwoch, 21. Mai 2014

Die große Stille oder Mein Name ist Hase

Das waren noch Zeiten, als ich im Wochentakt meine mehr oder weniger gelungenen Blogeinträge raushaute. Irgendwie gab es immer irgendetwas, worüber sich schreiben ließ. Das Feedback war grandios und ich sah mich schon mit Buchvertrag in der Tasche. Manchmal passierte so viel, dass ich mit dem Schreiben gar nicht hinterher kam und ich mir manche Themen für später aufheben wollte, wie zum Beispiel meinen Showdown mit Professor Rose, einem Lungenfacharzt, der sich irrsinniger Weise der Behandlung von Kindern verschrieben hatte, obwohl er von dieser Spezies Mensch fast noch weniger Ahnung hatte als von Müttern mit todkranken Kindern. Oder ich wollte etwas über das Glück schreiben, das einem die eigentlich kleinen Dinge bringen, die durch ihre Simpelheit dann zu den wirklich großen Momenten werden. Ach, ich wollte überhaupt ganz viel machen und dann ist am Ende gar nichts daraus geworden - stattdessen bin ich gewissermaßen verstummt. 

Der guten Ordnung halber darf man einen ganz entscheidenden Punkt natürlich nicht verschweigen, für den ich dem lieben Herrgott jeden Tag aufs Neue danke. Lena befindet sich weiterhin in Remission und produziert bei ihren regelmäßigen Check-Up-Terminen in der Klinik sehr ansprechende Blutbilder. Die Pubertät hat sie voll und ganz im Griff und wer nicht weiß, was hinter uns liegt, würde niemals auf die Idee kommen, es nicht mit einer ganz normalen, überwiegend schlecht gelaunten knapp 16-jährigen zu tun zu haben. 

Alles andere hingegen, was ich in den letzten Monaten auf der Uhr hatte, hat sich irgendwie nicht so entwickelt, wie ich mir das vorgestellt habe. Meine Yoga-Krähe? Komplette Fehlanzeige! Ich mache überhaupt kein Yoga mehr, was ich im Prinzip sehr bedauere, aber energetisch nicht umgesetzt bekomme. Etwas energetisch nicht umsetzen zu können hört sich auf jeden Fall besser an als diesbezüglich zu phlegmatisch zu sein, letzteres trifft die Sache im Grunde aber ganz gut. Wenn sich dieser Umstand nun nur auf das Yoga beziehen würde, wäre es ja gut. Aber leider muss ich feststellen, dass ich auch ansonsten ziemlich ziel- und orientierungslos durchs Leben treibe. Lena hat es gut - die hat ihre Pubertät und wird davon so in Beschlag genommen, dass alles andere keine Rolle mehr spielt, aber ich sitze hier und vermisse allen Ernstes den Fokus, den mir der tägliche Kampf ums Überleben meines Kindes gegeben hat. Sollte ich mir Sorgen um meine geistige Gesundheit machen? 

Meine Bestseller-Ambitionen liegen derzeit ebenfalls auf Eis. Wie immer habe ich ausreichend gute Gründe parat wie etwa die täglichen logistischen Herausforderungen, die ein Leben mit drei Kindern und zwei Hunden so mit sich bringt. Onkologe, Kinderarzt, Zahnarzt, Kieferorthopäde, Tierarzt, Elternabend und immer wieder meine Architekten… Handwerker, Physiotherapeuten, Golfstunden, Tennis, Klavierunterricht - you name it, we've got it. Wenn ich aber ganz ehrlich sein soll, macht das vor allem wahnsinnig viel Arbeit - der persönliche Spaßfaktor hingegen geht gen Null. So kann das nicht weitergehen. Es muss sich etwas ändern, aber was? Wie realistisch ist es, dass ich mich verpflichtungstechnisch entschleunige? Und darf ich so etwas überhaupt denken, geschweige denn sagen? Sollte ich nicht stattdessen einfach nur dankbar sein, dass ich überhaupt drei Kinder habe, denen ich den ganzen Tag dienen darf? Wo kommt denn plötzlich dieser Egoismus her, den ich jahrelang ziemlich gut im Griff hatte? Habe ich am Ende eine MIDLIFE CRISIS???? Oder bin ich kurz davor, mich zu Tode zu langweilen?

Eventuell ist es doch besser, die Klappe zu halten und zu schweigen. Dann verflüchtigen sich irgendwann vielleicht auch wieder all die unangenehmen Fragen. Als Duracell-Bunny durchs Leben zu rennen, hat vor diesem Hintergrund durchaus auch seinen Reiz. Ich bräuchte dann nur ganz dringend mal einen Satz neue Batterien.




Montag, 30. Dezember 2013

Goodbye 2013!

Nachdem mich heute ein Freund mit einer wirklich tollen Email endlich mal wieder auf meinen eigenen Blog aufmerksam gemacht hat, habe ich so kurz vor Jahresschluss doch noch ganz dringenden Handlungsbedarf. Es kann nicht sein, dass "Frenzy Girl" im Jahr 2013 mit einem Leserbrief an die BUNTE endet, der trotz massiver Penetranz meinerseits (Postings auf Facebook, offizieller Leserbrief an die Redaktion, persönliches Schreiben an Patricia Riekel) gänzlich ignoriert wurde. 

Nein, da erwarte ich doch etwas mehr von mir, auch wenn ich mich in den letzten Monaten zuverlässig ständig selbst enttäuscht habe. Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, diesen Blog zugunsten eines großartigen Buchprojektes zu vernachlässigen, denn am Ende ist es natürlich relativ witzlos, etwas sozusagen offiziell zu veröffentlichen, das sowieso jeder ohne Not zu jeder Zeit im Internet lesen kann. Aber ich muss feststellen, dass mir zum Bücher schreiben zum einen wirklich die Energie fehlt und zum anderen leider auch das Talent. Obwohl mir an dieser Stelle ein paar Sätze hier und da nicht wirklich schwer fallen, bin ich absolut "clueless", sobald ich das Medium Internet verlasse. Zwar gehen mir unentwegt Unmengen von Gedanken im Kopf herum, die ich für mich persönlich als unglaublich wichtig und geradezu bahnbrechend empfinde, aber sobald ich sie zu Papier gebracht habe, sind sie nur noch banal und bedeutungslos. Ich wünschte, ich könnte eine Form des Schreibens finden, die über das unregelmäßige Schreiben eines Blogs hinausgeht, mir aber dennoch soviel Spaß macht.  Im Moment bin ich davon allerdings relativ weit entfernt. Vielleicht sollte ich mit dem Mut der Verzweifelten alle Blogeinträge ausdrucken, sie kombinieren mir meinen Newslettern aus unserem Annus Horribils 2012 und damit bei einem Verleger vorsprechen, der dann hoffentlich eine ganz großartige Idee für all das Material hat. 

Eventuell sollte ich aber auch einfach nur versuchen, etwas Ruhe und Entspannung in mein bzw. unser Leben zu bringen. Das scheint für mich eine fast noch größere Herausforderung als die Schriftstellerkarriere zu sein. Jeder normale Mensch würde wohl denken, dass wir uns jetzt mal ganz entspannt zurücklehnen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen können. Aber das ist leider nicht die ganze Wahrheit. Für die "Außenstehenden" ist nun alles vorbei und geschafft - aber meine Realität als Lenas Mutter sieht ganz anders aus. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an das denke, was in den vergangenen 22 Monaten unser Leben war. Es gibt Momente, an denen ich glaube, an der Brutalität der Tatsachen ersticken zu müssen. Die Bilder von Lenas Leid sind jeden Tag präsent, in welcher Form auch immer. Das heißt natürlich nicht, dass ich tagein, tagaus nur heulend zuhause sitze, um Gottes Willen. Aber das Damoklesschwert "Rückfall" schwebt dennoch unentwegt über uns, zumal wir durch die lange Zeit in der Klinik einige mittlerweile sehr enge Freunde kennengelernt haben, die wissen, wie fragil der jetzige Zustand ist. Fünf Jahre sind eine lange Zeit, in der viel geschehen kann - und diese Angst spült auch der beste Rotwein nicht weg. 

Das Ziel bzw. der Vorsatz für das kommende Jahr soll also neben sehr viel Optimismus auch sein, sich eine dickere Haut zuzulegen und sich nur auf wirklich wichtige Dinge zu besinnen. Leider gibt es wohl in unser aller persönlicher Leben neben letztgenannten  Prioritäten auch immer wieder einige durchaus bizarre Nebenkriegsschauplätze, die einen regelmäßig aus der Fassung bringen. Ich wünsche mir nicht nur für mich selbst, sondern vor allem auch für meine Familie, dass ich lerne, Menschen aus dem Weg zu gehen, die sich als wohlmeinend bezeichnen, in Wirklichkeit aber nichts anderes als gut getarnte Heuchler sind, die ausschließlich an sich selbst denken und keine Ahnung davon haben, was wirkliche, was existentielle Probleme sind. Wenn ich es schaffe, mich von solch schädlichen Einflüssen in meinem und unserem Leben zu befreien, dann wird 2014 ein gutes Jahr. Vielleicht gelingt es mir dann auch, mich wieder mehr auf das Schreiben zu konzentrieren - in welcher Form auch immer.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen wirklich tollen Start ins Neue Jahr. Lasst uns auf die Dinge und vor allem auf die Menschen besinnen, die wirklich aufrichtig sind und die es gut mit uns meinen. Detox sollte im kommende Jahr bedeuten, Adieu zu sagen zu falschen Freunden und zu der Vorstellung, es immer allen recht machen zu wollen. Wie sagen es die Amerikaner? "Life is too short to spend time with people who suck the happiness out of you". Dem ist in meinen Augen nichts hinzuzufügen!

Goodbye 2013 - I won't miss you!!! 
Welcome 2014 - I am looking forward to you!

P.S. Am Ende dieses Jahres würde ich mich auch noch gerne für fast 30.000 Klicks auf dieser Seite bedanken. Das macht mich wirklich stolz und glücklich!

Freitag, 1. November 2013

Mein erster Leserbrief


Liebe BUNTE,

nur um von vornherein keine Missverständnisse aufkommen zu lassen - ich lese Dich wirklich gerne und stehe dazu, dass ich jeden Donnerstag 3,20 Euro für Dich auf den Tisch lege, wenn ich Dich nicht irgendwo umsonst beim Friseur oder Arzt oder wo auch immer in die Hände bekomme. Ich habe Dich sogar mit einem Lesezeichen in meinem Browser verewigt, weil ich es wunderbar finde, morgens bei einer Tasse Kaffee herauszufinden, wie Du die Welt siehst und was es alles Neues gibt bei den Schönen und Reichen. Aber jetzt hast Du den Bogen überspannt!!! Obwohl ich selber jeden Morgen sehr kritisch in den Spiegel schaue und gerne hier und da ein paar Gramm weniger hätte und obwohl ich als Journalistin sehr gut weiß, wie das Geschäft mit den kleinen Amuse-Gueule funktioniert, die man dem Leser vor dem Hauptgang hinwirft, ist mir bei folgendem Gruß aus der Redaktionsküche wirklich der Appetit vergangen...

Are you f...ing kidding me? Ich kenne die werte Herzogin zwar leider nicht persönlich, aber ich könnte mir vorstellen, dass auch Kate selbst maximal beleidigt wäre, sich in Sachen Glückseligkeit auf eine dermaßen hirnrissige Aussage reduzieren zu lassen. Das Glück einer Mutter kann abertausende von verschiedenen Gründen haben, aber dass die richtige Kleidergröße zur Taufe das Maß allen Mutterglücks darstellen soll, das kann selbst der abgeklärteste Journalist aller Zeiten nicht wirklich ernsthaft glauben. Ich bin nachhaltig irritiert und erwäge, Dich zukünftig mit Liebesentzug zu bestrafen - auch wenn das Deinem Glück sicherlich keinen Abbruch tut...

Hochachtungsvoll,

Frenzy Girl

P.S. Eines würde ich gerne noch klarstellen: Ich bin weder stark übergewichtig noch verbittert. Ich liebe Taschen und habe mindestens 50 Paar Schuhe zuviel. Ich gebe viel Geld aus für Cremes, die mich optisch verjüngen sollen und verzichte abends nach Möglichkeit auf Kohlenhydrate. Ich liebe Fashion-Blogs und die englische VOGUE und bin absolut empfänglich für Oberflächlichkeiten aller Art, aber was zuviel ist, ist zuviel! 


Mittwoch, 2. Oktober 2013

Endlich wieder Krankenhaus...


Einen Blog zu schreiben ist für mich irgendwie ein bisschen so wie der Besuch eines Fitness-Studios. Am Anfang bin ich total motiviert und habe keinerlei Schwierigkeiten, mir mehrmals pro Woche den nötigen Freiraum zu schaffen, um meiner neuen sportlichen Betätigung nachzugehen. Aber oh weh... kaum sind ein paar Wochen rum (ca. drei bis maximal vier, um ehrlich zu sein), erscheint mir das ganze Unterfangen plötzlich doch viel zu zeitintensiv und anstrengend, zumal man auch nicht wirklich Resultate sieht. Von Sixpack keine Spur, die Bikinifigur nach wie vor in weiter Ferne... da frage ich mich schon, wozu ich mich so schinde, auch wenn ich natürlich absolut und zu jeder Zeit weiß, dass ich völlig unrealistische Vorstellungen habe. Aber mit solchen Ausreden fällt das Aufgeben einfach leichter.

Mit Frenzy-Girl verhält es sich leider ähnlich. Jedes Mal, wenn ich mal wieder etwas geschrieben habe, nehme ich mir vor, dass das jetzt der Kick-Start zu etwas ganz Großem ist, nur um mich eine Woche später voll und ganz im Alltag und dem damit verbundenen täglichen Wahnsinn verloren zu haben. Tschüß Blog, adé Buchprojekt, hallo Realität! Letztere ist in meinem bzw. unserem Fall zwar zweifelsohne mit ein paar Herausforderungen gespickt, aber es muss doch trotzdem möglich sein, zwischen kranken Kindern, Hausaufgabenterror, Kindergeburtstag, Erziehung eines Welpen und einer Dauerbaustelle hin und wieder etwas Zeit frei zu schaufeln, um mal in Ruhe zu schreiben. Dachte ich jedenfalls.  Hat aber nicht funktioniert – bis jetzt. Das Schicksal, sollte es eines geben, hat nämlich mittlerweile festgestellt, dass ich dann am meisten Muse zum Schreiben habe, wenn ich nicht zuhause bin und mich daher ins Krankenhaus verfrachtet. Diesmal nicht als Beisitzer, sondern als Patient. Da ich mit der Uniklinik verständlicherweise eher negative Erfahrungen verbinde, bin ich Gast in einer anderen Einrichtung, in der man sich offensichtlich ebenfalls überlegt hat, dass ganz viel Zeit das ist, was ich nun am meisten benötige. Anders lässt es sich nicht erklären, dass ich nun seit über 24 Stunden darauf warte, mit einem Arzt ein Gespräch darüber zu führen, was mir fehlt und wie es weitergeht. Immerhin habe ich in der Zwischenzeit aber einen Internetzugang erhalten und nutze nun die vielen Stunden, in denen ich hier rumliege, um mal wieder ein paar Gedanken zu virtuellem Papier und Frenzy Girl auf den neuesten Stand zu bringen.

Das wichtigste zuerst: Am vergangenen Freitag ist Lenas letzter Chemoblock zuende gegangen. Keine Infusionen mehr, keine Tabletten mehr, nur noch ein Lungen-CT und dann regelmäßige Kontrollen – so wird es zukünftig hoffentlich aussehen für uns. Dass wir am Freitag mit den Worten „Jetzt geht das Daumen drücken los...“ verabschiedet wurden, versuche ich mal unter dem Stichpunkt „gut gemeint, trotzdem voll daneben“ zu verbuchen. Natürlich beginnt jetzt eine neue Phase in Lenas Krankengeschichte – nämlich die des Abwartens und der Frage, wie ihr Körper es schafft, gänzlich ohne all die Medikamente auszukommen, die in den letzten 18 Monaten ein täglicher Bestandteil ihres Lebens waren. Aber wie immer versuchen wir, das Ganze positiv anzugehen. Wir sind so weit gekommen, das darf man einfach nicht vergessen – egal, wie groß die Sorge und die Angst auch manchmal sein mögen. Insofern haben wir Ende letzter Woche zwar kein Feuerwerk gezündet und es gab auch keine Blaskapelle, aber die Stimmung ist natürlich trotzdem weitgehend heiter.

Darüber hinaus haben wir vor zwei Wochen die Familie vergrößert. Malou hat eine kleine Schwester bekommen.




Wie sich unschwer erkennen lässt, handelt es sich bei der jungen Dame nicht um einen Golden Retriever, sondern um einen Terrier.  Nach anfänglichen Eifersüchteleien hat Malou die kleine Lotti in ihr Herz geschlossen und sich auch an die Tatsache gewöhnt, auf die mich mein Mann bereits im Vorfeld mehrfach aufmerksam gemacht hat: Kleiner Hund = großes Ego. 
Nachdem ich mich nun bereits seit acht Jahren mehr oder weniger erfolglos an der Erziehung meines zweibeinigen Terriers Leonard versuche, bin ich gespannt, was das Leben mit Lotti so alles mit sich bringen wird. Zur Zeit steht das Thema Stubenreinheit ganz oben auf der Liste - etwas, was mir schon bei meinen Kinder großen Spaß gemacht hat. Zusätzlich betätige ich mich bei beiden Hunden als Tierärztin, da Malou sich auf einem ihrer Streifzüge durch den Wald einen unangenehmen Parasit eingefangen hat, der mich ein paar Tage und Nächte auf Trab gehalten hat. Mittlerweile haben wir das Problem aber wieder im Griff, was schon insofern gut ist, als dass ich dadurch mehr Zeit habe, mich um unsere Dauerbaustelle zu kümmern.

Auch knapp zehn Monate nach unserem Einzug stehen wir und vor allem unsere Handwerker tagtäglich vor neuen Herausforderungen. Aus aktuellem Anlass denke ich darüber nach, an dieser Stelle zukünftig die Rubrik "Bilderrätsel  - Was stimmt hier nicht?" einzuführen. Beginnen möchte ich mit diesem Foto (ein kleiner Tipp: Der junge Mann, den man von hinten sieht, schaut bereits sorgenvoll in die richtige Ecke):




Den Gewinner des heutigen Rätsels erwartet ein Wochenend-Workshop mit unseren Architekten. Und wir machen in der Zwischenzeit einfach die Mauer ein bisschen höher, dann passt das schon...

Überhaupt muss man sich das Leben einfach nur passend machen, dann läuft es schon irgendwie. Nachdem ich nun mal wieder ein bisschen was geschrieben habe, habe ich beschlossen, den Rest der Zeit hier sinnvoll zu nutzen und alle Folgen von "Breaking Bad" zu schauen, zu denen es in der Vergangenheit zeitlich nicht gereicht hat. Da es sich dabei um mindestens 24-Stunden-Dauerfernsehen handelt, kann ich nur hoffen, dass man mich noch ein Weilchen hier behält.

Mittwoch, 7. August 2013

Frenzy Girl goes USA

Hier bin ich nun also - in Wichita (Kansas), dem Air Capital of the World. Den ganzen Tag sausen coole, kleine Turboprobs und Learjets über meinen Kopf hinweg, während ich mich den Dingen widme, die man nur erledigen kann, wenn man mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht. 

Da wären zum Beispiel Ausflüge zu Victoria's Secret und The Gap, zu Barnes and Noble und Walgreens. Bei letzterem handelt es sich um meine absolute Lieblings-Pharmacy, in der ich praktisch ganze Tage verbringen könnte. Es gibt alles, wirklich ALLES!!! Und das, was man dort dann doch nicht bekommt, findet man bei Hobby Lobby, einem Wallfahrtsort für alle Handarbeits- und Dekorationswütigen, an dem ich gestern die bislang größte Plastik-Weihnachtsbaum-Ausstellung besucht habe, die ich je gesehen habe (nicht, dass ich vorher schon mal in die Verlegenheit gekommen wäre, aber man weiß ja nie, was noch alles kommt - diese Lektion des Lebens habe ich mittlerweile wirklich verinnerlicht). Dann wäre da noch der absolut einzigartige Baumarkt The Home Depot, in dem man neben unglaublichen XXL-Grills und wunderschönen Rasenmähertraktoren Waschmaschinen und Kühlschränke von der Größe Oklahomas besichtigen kann - ein Traum! In meinem goldenen VW Jetta düse ich von einer Besichtigungsstätte zur nächsten, was den Schluss nahelegt, dass es mit dem geplanten Schreiben von morgens früh bis abends spät bisher noch nicht so richtig geklappt hat. 

Der Grund dafür ist relativ einfach: Ich fühle mich befreit wie lange nicht und habe gar keine Lust, mich ständig mit dem Scheißthema Krebs auseinanderzusetzen. Dies ist tatsächlich das erste Mal seit anderthalb Jahren, dass ich zumindest örtlich gesehen unglaublich weit weg bin von allem. Die Trennung von Lena fällt mir zum Glück auch nicht ganz so schwer, wie ich befürchtet habe. Ich vertraue darauf, dass alles gut läuft in meiner Abwesenheit. Woher ich dieses Vertrauen nehme, ist mir zwar nicht ganz klar, aber irgendwo hat es vielleicht die ganze Zeit in mir geschlummert und ist jetzt netterweise endlich mal aufgestanden, um für die nächsten Tage zu übernehmen. Anders ließe sich vieles auch einfach nicht aushalten. Bei unserer Landung in Chicago erhielt ich von meiner Freundin Anna die Nachricht, dass ihr kleiner Sohn, mit dem wir in der Klinik für längere Zeit ein Zimmer geteilt und den wir wirklich liebgewonnen haben, am Sonntag gestorben ist. Das war ein unglaublicher Schock und im ersten Moment war das Gefühl überwältigend, sofort wieder zurück nach Hause fliegen zu wollen. Schon in den Tagen davor hatten wir schlechte Neuigkeiten von der kleinen Leni erfahren, mit der wir ebenfalls lange gemeinsam im Zimmer waren und die mittlerweile einen weiteren Rückfall erlitten hat und vor ihrer dritten Transplantation steht. Eigentlich möchte man den ganzen Tag nur zuhause sitzen und heulen, aber das geht ja irgendwie auch nicht. 

Also Augen zu und auf nach Kansas - und erstaunlicherweise entpuppt sich diese Reise als wahre Erholungstherapie. Ich verfolge zwar alle Neuigkeiten aus der Heimat und versuche an mancher Stelle auch zu helfen, aber trotzdem bin ich gleichzeitig auf eine angenehme Art und Weise entspannt und spüre die Angst zur Zeit nicht mehr so stark wie zuhause. Und das, obwohl ich ohne meine Tabletten unterwegs bin. Anfang Juni bin ich mehr oder weniger zusammengeklappt unter all der Angst und Sorge, so dass ich mich nach langen Ressentiments gegenüber medikamentöser Hilfe am Ende doch dafür entschieden habe. Und auch wenn ich ganz sicher keine Werbung für Psychopharmaka machen möchte, kann ich nur sagen, dass mir die kleinen Pillen wirklich sehr geholfen haben. Mein Wunsch war es, nicht länger das Gefühl zu haben, ich müsse ersticken unter der Last der Krankheit und der unglaublichen Angst um mein Kind, gepaart mit der Trauer um diejenigen, die es nicht geschafft haben. So etwas hält man auf Dauer einfach nicht durch, jedenfalls ich nicht. Und es ist ja nicht so, als würde sich die Situation nicht auch auf alle anderen Lebensbereiche ausdehnen. Alles leidet, die Geschwister, die Ehe, die sozialen Bindungen und viele Freundschaften. Wenn es also etwas gibt, das gewissermaßen den Druck im Kessel reduziert, zumindest ein bisschen, dann bin ich froh darum und dankbar dafür. Natürlich ist die ganze Sache nicht frei von Nebenwirkungen, aber die habe ich verglichen mit all dem Psychstress zuvor gerne in Kauf genommen. 

Am vergangenen Sonntag allerdings ließ mich zuerst mein Wecker und dann mein Augenlicht im Stich. Obwohl mein Pillendöschen absolut unübersehbar direkt neben meinem Telefon lag, versäumte ich, es in der Aufbruchshektik zum Flughafen einzupacken. Erst als ich im Flieger saß, dämmerte mir, dass ich das, was mir im Moment die größte Hilfe beim Durchhalten zu sein schien, zuhause liegen gelassen hatte und dass ich die nächsten zwei Wochen wieder alleine auf mich und meine Psyche gestellt sein würde. Vorsichtshalber warnte ich dementsprechend auch meinen Mann, dass er die kommenden Tage eventuell mit einem schwerst depressiven Wrack würde verbringen müssen und tatsächlich hatte ich nach der Nachricht von dem neuen Todesfall eine kurze Panikattacke, dass ich das alles ohne mein Citalopram nicht gut durchhalten würde. Aber zu meinem großen Erstaunen klappt es im Grunde ganz wunderbar. Der alles etwas dämpfende Umhang der medikamentösen Entspannung, den ich mir in den vergangenen Wochen um die Schultern gelegt habe, ist zuhause hängen geblieben und es geht mir trotzdem gut. Das liegt sicherlich vor allem an der räumlichen Distanz, das ist mir schon klar. Aber es ist trotzdem ein gutes Gefühl, mal für ein paar Tage tiefer durchatmen zu können und sich über Weihnachtsbäume aus Plastik für unglaubliche 600,- Dollar zu amüsieren oder stundenlang die kilometerlangen Bücherregale voller Self-Improvement-Books zu studieren, anstatt den ganzen lieben, langen Tag nur über Tod und Krankheit nachzudenken. Gestern habe ich in dem wunderbaren Buch God never blinks - 50 Lessons for Life's Little Detours einen Satz gefunden, der in etwa so lautet: "Then there are the really bad days when you want to quit chemo and therapy and just give up. Anyone with cancer has known those days. Even folks who have never had cancer have known them." Das ist so wahr, das ich am liebsten gleichzeitig lachen und heulen würde. Irgendwann langt es einfach mal - und dieser Punkt war bei mir nicht nur erreicht, sondern längst überschritten. 

Wie gut tut nun also die Zeit hier, weit weg von allem. Ich bemühe mich, soviel Kraft und Energie wie möglich zu tanken, um mich dann nächste Woche wieder dem Alltag zu stellen. Und das gelingt am besten dann, wenn man versucht, so lange es irgendwie geht auch gedanklich etwas abzuschalten.


In diesem Sinne...

Mittwoch, 31. Juli 2013

All the things she didn't say...

Es ist nicht leicht, einen Blog zu schreiben, wenn man das, was man wirklich gerne schon immer mal loswerden wollte, nicht schreiben kann, weil man damit Leuten, die einem zwar ständig selbst auf die Füße latschen, ebenfalls auf letztere treten würde, was im Grunde natürlich eine große Befriedigung wäre, gleichzeitig aber weitere Auseinandersetzungen nach sich ziehen könnte, auf die man eigentlich für alle Zeiten, aber gerade in solchen wie diesen prinzipiell gerne verzichten würde... 

Alles klar? Wer das jetzt nicht verstanden hat, dem empfehle ich, mein hoffentlich demnächst fertiges Buch zu kaufen. Dort werde ich nicht länger lauter Blätter vor den Mund nehmen, sondern diese stattdessen vollgeschrieben mit allem, was uns in den letzten anderthalb Jahren so widerfahren ist, was uns glücklich, was uns traurig, was uns ängstlich und was uns euphorisch gemacht hat, wer uns wirklich geärgert hat und nachhaltig auf die Nerven gegangen ist, unter das Volk bringen bzw. unter all diejenigen, die es interessiert.



Der letzte Punkt bereitet mir derzeit allerdings noch etwas Sorge. Ich bin mir nicht sicher, ob ein Buch über die Krebserkrankung meiner wunderbaren Tochter und all die Folgen, die diese nach sich gezogen hat und immer noch zieht, für Außenstehende wirklich interessant sein kann. Andererseits habe ich mir in den letzten Wochen so viele Autobiographien von mir völlig unbekannten Menschen auf meinen Kindle geladen, die von den unterschiedlichsten Problemen handeln, sei es Drogen, Alkohol, Scheidung, Tod, Krankheit, whatever... you name it, they’ve got it. Und obwohl der Schreibstil bisweilen nicht immer mein Fall ist und ich manche Dinge wirklich nur schwer nachvollziehen kann, ist es trotzdem so, dass ich gar nicht mehr aufhören kann, das alles zu lesen. Vielleicht liegt es daran, das ich mich nach der Lektüre zurücklehnen und das wohlige Gefühl genießen kann, dass Scheidung sowie Drogen- und Alkoholmissbrauch zum Glück nicht auch noch zu meinen Problemen gehören, zumindest bis jetzt nicht. Vielleicht ist es aber auch die versteckte Hoffnung, die in jedem dieser Einzelschicksale steckt: Man kann so vieles schaffen, auch wenn es zunächst einmal völlig aussichtslos wirkt. Und selbst, wenn das Ende nicht immer „happy“ ist, ist jede Extremerfahrung, die man macht, nicht nur eine Lehrstunde für das Leben, sondern ein ganzes Studium, inklusive Vordiplom und Summa-cum-laude-Examen. Das Buch dazu ist die Doktorabeit, garantiert frei von jeglichem Plagiatsvorwurf.



Zur Zeit stecken wir wieder mitten in einer Chemowoche. Wenn alles nach Plan läuft, werde ich danach zum ersten Mal seit der Diagnose im Februar letzten Jahres zehn Tage ohne Lena verreisen. Der Gedanke fällt mir nicht leicht, aber es wird Zeit, wieder ein bisschen mehr Freiheit zu üben – für beide von uns. In der Einöde von Kansas werde ich versuchen, „Frenzy-Girl“ zwischen zwei Buchdeckel zu pressen, bzw. Material herzustellen, das man dann in einer Druckerpresse weiterverarbeiten kann. Ob es tatsächlich so weit kommt, vermag ich zu diesem Zeitpunkt nicht zu sagen, aber ich werde auf jeden Fall daran arbeiten.



Bis dahin genieße ich die Zeit alleine mit Lena. Unser Garten nimmt langsam Gestalt an und das Wetter zeigt sich gnädig. Dasselbe wünsche ich mir von den kommenden Monaten, die hoffentlich die letzten sein werden, in denen wir uns nahezu ohne Unterlass mit dem Thema Krankheit und Tod beschäftigen müssen. Wenn alles gut geht, ist im Oktober Schluss mit den monatlichen Chemoblöcken und den täglichen Medikamenten. Zwar wird es dann auch in den nächsten Jahren noch eine engmaschige Überwachung geben, aber je größer die Pausen zwischen den Krankenhausaufenthalten werden, desto besser gelingt es mir und uns dann hoffentlich auch, die permanente Furcht vor einem Rückfall in den Griff zu bekommen und nach und nach wieder in einem normaleren Leben anzukommen.


Darauf einen eisgekühlten Rosé!